Weltweite Verbreitung des Baldrians

Baldrian wächst nahezu auf der ganzen Welt. Funde fossiler Samen der Pflanzen legen jedoch nahe, dass sie ursprünglich aus Europa und den gemäßigten Zonen Asiens stammen. Von dort aus haben sie die ganze Welt erobert. Bei ihrer Verbreitung dürften vor allem Zugvögel eine entscheidende Rolle gespielt haben. Sie nahmen die Samen des Baldrians zusammen mit anderer Nahrung auf und schieden sie dann auf ihren Wanderungen wieder aus.

Der Verbreitung der Pflanze kam dabei entgegen, dass der Baldrian nur sehr wenige Ansprüche stellt. Nur sehr trockene Böden bekommen ihm nicht. Bevorzugt wächst er dagegen auf leichtem, feuchtem, teilweise auch sumpfigem Boden. Entsprechend findet man ihn vor allem an Waldrändern und auf feuchten Wiesen sowie an Wasserläufen und Gräben. Hinsichtlich der Lichteinstrahlung präferiert er sonnige bis halbschattige Stellen.

Wenn es heißt, der Baldrian komme weltweit vor, so darf dies nicht so verstanden werden, dass ein und dieselbe Baldrianart überall wachse. Je nach den Bedingungen vor Ort haben sich hinsichtlich ihres äußeren Erscheinungsbildes sehr unterschiedliche Baldrianarten entwickelt. Insgesamt gibt es rund 150 von ihnen. Die in Deutschland und Europa am häufigsten vorkommende Baldrianart ist die Valeriana officinalis L., die auch medizinische Verwendung findet.

Heute wächst der Baldrian außer in seiner angestammten Heimat Europa und Asien auch noch in subtropischen Regionen Indiens und in Japan. In Nordamerika wird Baldrian landwirtschaftlich angebaut.