Von der Volksmedizin zum Arzneimittel

Schon seit Jahrtausenden findet Baldrian im weitesten Sinne medizinische Verwendung. Die Anwendungsgebiete haben sich jedoch im Laufe der Zeit gewandelt. Lange Zeit galt Baldrian als geeignetes Mittel zur Behandlung von Entzündungen und zur Förderung der Menstruation und der Entwässerung. Auch für Augenleiden wurde er schon empfohlen. Ja selbst gegen Pest sollte er vorbeugen. Daneben galt er als geeignetes Mittel, um Hexen abzuwehren.

Auch heute noch greift man in der Volksmedizin auf Baldrian zurück, um Magenleiden, leichte Herzbeschwerden oder Beschwerden in den Wechseljahren zu behandeln. Daneben sagt man Baldrian eine krampflösende Wirkung nach. Auch für die Wundheilung und bei Hautkrankheiten findet Baldrian Anwendung. Hierfür verwendet man vor allem Salben und Bäder mit Baldrianwurzel oder Baldrianöl. Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen ist wissenschaftlich allerdings nicht belegt.

Die Schulmedizin schätzt Baldrian dagegen vor allem wegen seiner Wirkung bei Unruhezuständen und nervös bedingten Einschlafstörungen.

Auch die Baldrianwurzel findet breite Anwendung. In ihr befinden sich Inhaltsstoffe, denen man eine positive Wirkung zuschreibt. Wichtig sind dabei vor allem die ätherischen Öle und Lignane. Weitere Inhaltsstoffe sind Iridoide (Valepotriate) und Sesquiterpene (u.a. Valerensäure). Häufig wird Baldrian nicht allein eingesetzt, sondern in Kombination mit anderen pflanzlichen Extrakten, beispielsweise aus Melisse. Auf diese Weise können sich gegenseitig verstärkende Effekte erzielt werden.